Leseranlage von Werner L. aus F.

Hallo an alle Gleichgesinnten,
auch ich möchte meinen Beitrag zu dieser tollen Rubrik „Leseranlagen“ leisten. Es ist mal ganz interessant zu sehen u. zu lesen, was für Komponenten so in anderen Hörräumen (Wohnzimmern) den Ton angeben. Es ist vielleicht die schönste Nebensache der Welt- oder zweitschönste, wie man’s nimmt.
Bei mir hat das so ungefähr anno 1971 angefangen, mit dem Cassettenrecorder SL-51 von ITT Schaub-Lorenz, den ich zu Weihnachten geschenkt bekam. Später habe ich gleich zweimal die Erfahrung machen müssen, wie wichtig ein seriöser Händler ist: Da wurden einem von so genannten „Fachhändlern“ Komponenten verkauft, die in keinster Weise zusammenpassten, ganz zu schweigen von dem vielen Geld, das ich damals in den Sand steckte. Aber man lernt ja daraus. Und seit acht Jahren habe ich einen Händler, mit dessen Hilfe ich meine Anlage, Stück für Stück, zu dem machte, was sie heute ist, sowohl klanglich als auch optisch! Zudem steht sie in einer Wohnung, wo nicht geraucht wird und es auch keine Haustiere gibt – ganz zu schweigen von der schädigenden Wirkung des Nikotins, sowohl für den Mensch, als auch für die Komponenten.
Ich fange einfach mal bei meinem Plattenspieler an, und zwar einem richtig guten Klassiker, wie man ihn bestimmt nicht alle Tage sieht. Der Thorens TD 126 Mk3 mit Vacuum-Ansaugung der LP, funktioniert immer noch tadellos. Die Kunststoffbodenplatte habe ich gegen ein selbstgefertigtes aus Multiplex-Holz ausgetauscht und schwarz lackiert. Das Netzteil habe ich in ein separates Gehäuse ausgelagert; durch diese Klangoptimierung gewann das Klangbild an Dynamik, Ruhe und Musikalität – es hat sich also gelohnt. Dabei lege ich großen Wert darauf, dass die Komponente nicht „verbastelt“ wird. Montiert ist ein Tonarm SME 3009 Series 3 in Gold, daran läuft ein im Januar 2008 gekauftes Benz ACE High. Den Tonabnehmer baue ich selbst ein, da ich die dafür notwendigen Erfahrungen und Hilfsmittel besitze. Der Plattenspieler wird im September 2008 25 Jahre alt! Das Kästchen auf der Rückseite habe ich entfernt und stattdessen ein Tonarmkabel Van den Hul Hybrid 502 direkt an die Tonarmbasis unten an den dafür vorgesehen Anschluss angelötet, somit umging ich zusätzliche Steckkontakte. Das Tonabnehmersignal wird von einer Pro-Ject Tube Box Mk2 aufbereitet und ebenfalls vom Tonarmkabel Van den Hul Hybrid 502 an den Marantz PM14 Mk2 KI weitergeleitet, und über das HMS-Lautsprecherkabel Gran Finale an die Lautsprecher Dynaudio Contour 1.4 zu Gehör gebracht. Alle Komponenten sind phasenrichtig angeschlossen – eine klangoptimierung, die nichts kostet und sehr viel bringt und dennoch hin und wieder nicht beachtet wird!
 Die weiteren Komponenten meiner Anlage:

  • CD-Spieler: Electrocompaniet EMC–1
  • Tuner: Revox B-160
  • Cassettendeck: Revox B–215 S
  • Bandmaschine: Revox B–77
  • Netzleiste: HMS Energia
  • Netzkabel: HMS und Groneberg
  • NF-Kabel: HMS Duetto (Tonbandmaschine > Verstärker) und Cardas Quadlink Five
  • Kopfhörer: Stax Lambda Pro mit Versorgungsteil SRM 1 Mk2, Beyerdynamic DT 990
  • Zubehör: Bedini Clarifier
  • Rack: Creaktive Audio, Ausführung Ahorn – wie ich meine, eine der schönsten Arten, um Komponenten unterzubringen, vor allem brauche ich keinen Kniefall zu machen, um die Geräte zu bedienen. Das Tonband steht auf einem selbstgebauten Tisch. In den Schrankelementen habe ich LPs und diverses Zubehör untergebracht.

Anmerkung zum Revox–Cassettendeck und -Bandmaschine: Es überrascht mich immer wieder aufs neue, zu welchen klanglichen Fähigkeiten diese Komponenten, vor allem die gute alte Compactcassette – das Tonband sowieso – imstande sind. Das ist noch „richtig gute Technik“! Wenn ich da an den ganzen Plastikmüll und die so genannten „Brüllwürfel“ denke, die man mit dem kleinen Finger heben kann …
Damit ich auch unterwegs gute Musik hören kann, habe ich mir in den 80er Jahren einen Sony Walkman DD–2 zugelegt – ein Musterbeispiel, was Klang, Qualität und Langlebigkeit angeht. Gegen den sehen die MP3-Player ganz schön alt aus. Da versteh’ ich sowieso nicht, dass sich eine Technik durchgesetzt hat, die sich durch Weglassen von Musikinformationen auszeichnet – igitt!
Und was soll ich sagen: Das Ganze klingt einfach himmlisch und völlig losgelöst – so muss es sein – und besitzt einen unheimlichen Spaßfaktor!

P.S.:
Die Stehlampe, die auf einigen Bildern zu sehen ist, ist keine Halogenlampe mit Trafo, sondern funktioniert mit LED-Technik.

Mit freundlichen Grüßen
Werner L. aus F.